28. Juli 2017

ICH BIN EINE SOLDATENFRAU

Vier Jahre mögen auf ein ganzes Leben gerechnet nicht viel sein. Aber wenn ich zurückblicke und darüber nachdenke, was diese vier Jahre in meinem Leben bisher bewirkt haben, dann lässt sich dies nicht nur an der Zeit messen.

Wenn mir jemand früher gesagt hätte, dass ich mich in einen Soldaten verlieben würde, hätte ich darüber gelacht und abgewinkt. Niemals hätte ich nur im entferntesten geahnt, dass ich eine Beziehung mit einem Menschen eingehen könnte, der dem Land dient. Schließlich hatte ich bis dahin auch nie eine Vorstellung, was das überhaupt bedeutet.



Tendenziell kam mir es nur gelegen, eine Beziehung mit jemanden zu führen, der nur am Wochenende Zeit für mich hat. Ich war zu sehr mit mir selbst, meinen Interessen und meinen Freunden beschäftigt, als das ich unter der Woche noch Zeit für einen Freund gefunden hätte. Doch so einfach der Gedanke der dahinter steckt, klingen mag, so kompliziert ist es in der Realität. Meistens, wenn Gefühle im Spiel sind, macht der logische Plan, den man sich im Vorfeld auslegt, keinen Sinn mehr. Und so wird alles oftmals eine Nummer komplizierter als gedacht.

Denn je länger die Beziehung andauert, desto mehr muss eine Frau Verständnis dafür aufbringen, dass es sich hierbei nicht um einen routinierten Beruf handelt, bei dem nach acht Stunden der Stift fallen gelassen wird und der Feierabend ruft. Pardon, es heißt Dienstschluss.

Auch wenn ich das Glück habe, einen Freund zu haben, der nicht für mehrere Wochen oder gar Monate irgendwo in der Welt unterwegs ist, bedeutet es nicht, dass es weniger schwierig ist. Für diejenigen die eine Fernbeziehung führen scheint dieser Aspekt nachvollziehbar, was es bedeutet, verzichten zu müssen. Doch einen wesentlichen Unterschied gibt es dann eben doch. Wenn Deutschland ruft, dann müssen sie springen. Das ist eine ehrenvolle Aufgabe, der ich sehr viel Respekt entgegen bringe.

Es ist immer ein bisschen nervig. 
Es ist immer ein bisschen kompliziert. 

Heute auf den Tag genau sind es mittlerweile vier Jahre, die ich mit einem Soldaten liiert bin. Auch wenn ich zu Beginn den Begriff "Soldatenfrau" nicht kannte, kann ich sagen, dass ich mich als eine fühle. In den vier Jahren haben wir es geschafft, das komplette Spektrum an Beziehungskrisen im Schnelldurchlauf zu absolvieren und uns trotzdem noch zu lieben. Doch so ist das nun einmal, wenn die Liebe nicht gehen möchte. Dann überwinden Paare jegliche Art von Hindernis und nehmen es ebenso in Kauf, sich eventuell selbst zu schaden, um die Beziehung zu halte. Wir haben es geschafft, das Verständnis aufzubringen, dass es schwer ist als Soldaten eine Beziehung zu führen, aber auch, dass es schwierig ist eine Soldatenfrau zu sein. Und bald, ganz bald, werde ich mich nicht nur der Definition einer Soldatenfrau zugehörig fühlen, sondern auch offiziell eine Soldatenfrau sein.


- Melone dich auch, Mähnski.

Kommentare:

linalawnista linalawnista hat gesagt…

Wow echt respekt! Ich kann mir vorstellen, dass es sicher oft nicht einfach ist! Aber wirklich toll das das bei euch so hält!

Liebe Grüße,
Lina von linalawnista

Alexandra hat gesagt…

Hi, herzlichen Glückwunsch erstmal, das Ihr es geschafft habt und bald in den Hafen der Ehe einlauft. Ich lebe seit mehr als 10 Jahren kein Soldatenfrauen Laben dennoch ist mein Mann unter der Woche meistens unterwegs. Wir haben uns so kennne und lieben gelernt. Ich glaube auch wenn man sich liebt und bereit ist darum zukämpfen, nicht aufgibt und sich zusammenrauft dann schafft man fast alles. Wir leben in eienr Patchworkfamilie und haben uns zusammengerauft. Echte Liebe übersteht fast alles und vergeht meistens nicht. Liebe Grüße Alex von https://margreblue.de

hokis 1981 hat gesagt…

So eine schöne Geschichte! Ich wünsche Euch nur das Beste!

Ich finde es super, was Du machst! Echt Respekt!!!

Hab einen schönen Abend!

xoxo
Jacqueline

Birgit hat gesagt…

Das klingt in der Tat nicht ganz einfach. Umso toller jedoch, dass ihr alle kriseb gemeisert habt und euch für einen weiteren schritt entschieden habt.

Alles liebe!
Birgit

Regina Stoiber hat gesagt…

Glückwunsch zur baldigen Ehe erstmal. Man macht sich über so ein Thema eigentlich kaum Gedanken. Es sollte viel mehr thematisiert werden, wenn unsere Leute dem Land dienen. In Amerika sind das Helden, bei uns fallen sie gar nicht auf, ebenso wie Du. Sehr schön, dass du das Thema ansprichst und in die Öffentlichkeit bringst.
LG Regina

Birgit hat gesagt…

Schön das ihr alle Krisen zusammen gemeistert habt und euch für den nächsten Schritt in Richtung Ehe entschieden habt.

Alles Gute für Euch!

Liebe Grüße
Birgit

Katharina Sudi hat gesagt…

hallo cooler Beitrag nicht jede Frau steht ihrem Mann hut ab, Respekt lg kathi

Simone hat gesagt…

Ich war mal mit jemandem lange zusammen, der sich dann für die GSG9 gemeldet hatte. Kurz danach war unsere Beziehung zu Ende. Ich wollte einfach nicht immer mit dem Gedanken leben, dass ich nie wusste, wo er im Einsatz war, und mir Sorgen machen. Insofern schade, aber es war die richtige Entscheidung. Liebe Grüße, Simone

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