24. März 2017

GO VEGGIE: FLEISCHFREI LEBEN

Knapp drei Monate verzichte ich ganz bewusst auf den Konsum von Fleisch. Ob dies letztendlich eine ehrenwerte Umstellung ist oder nur als eine Art Trend betrachtet wird, soll dabei jedem selbst überlassen sein. Doch so global die vegetarische Bewegung sein mag, so unterschiedlich sind die einzelnen Beweggründe. Dabei ist es nicht mein Anliegen, hier jemanden dazu bewegen zu wollen, seine persönlichen Ansichten hinsichtlich der Ernährung zu ändern. Ich halte es nicht für störend, ekelig oder unmöglich, dass Menschen Fleisch konsumieren. Ich rümpfe dabei nicht die Nase und toleriere dies genauso, wie ich mir von anderen gleichermaßen wünschen würde, das mein persönlicher Wandel akzeptiert wird.

Treu nach dem Motto: Leben und Leben lassen.

Vielmehr möchte ich durch diesen Eintrag die ein oder andere Person erreichen, die das Essen von tierischen Produkten (inbesondere Fisch und Fleisch) bewusster wahrnimmt.

Oder wie eine Freundin von mir sich hat unter die Haut stechen lassen: be the change you want to see in the world.



Seit dem 01.01.2017 lebe ich fleischfrei. Dies soll nicht heißen, dass ich das neue Jahr mit einem guten Vorsatz starten wollte. Denn normalerweise bin ich nicht der Typ Mensch, der Vorsätze braucht. Und gerade aus diesem Aspekt schien es besonders für meine Familie und Freunde umso überraschender zu sein, dass ich beschlossen hatte auf Fleisch zu verzichten.
Die Menschen in meinem näheren Umfeld wissen, dass ich täglich Fleisch konsumiert hatte. Ob zum Frühstück, Mittag oder in irgendwelchen Snacks für zwischendurch. 

Rückblickend auf diese Entscheidung kann ich sagen, dass es keine plötzliche Entscheidung gewesen ist. Es war ein schleichender Prozess.

Alles fing damit an, dass ich während meines Studiums eine Hausarbeit über Veganismus geschrieben habe. Dementsprechend intensiv habe ich mich mit der Thematik auseinandergesetzt und verschiedene Blickwinkel eingenommen. Hinzu kam, dass einige meiner Freunde bereits auf tierische Produkte in den verschiedensten Formen verzichteten. Beide Punkte schlummerten sehr lange in mir, haben mich oft nachdenken, aber nicht unbedingt reflektieren lassen.



Durch Zufall wurde ich auf die Animal Hope & Wellness Foundation aufmerksam. Einer ihrer Schwerpunkte ist es, Hunde aus Ländern zu retten, in denen sie gequält, misshandelt und letztendlich auf brutale Art und Weise getötet werden, damit das Fleisch später auf dem Markt zu Verzehr angeboten werden kann. Die Bilder, Texte und Videos mit den Eindrücken aus China und anderen östlichen Ländern waren so derart verstörend, sodass sich in mir etwas Grundlegendes geändert hat.

Wo liegt die Grenze zwischen Haus- und Nutztier? Gibt es eine solche Grenze? Sollte man eine solche Grenze ziehen?

Und wahrscheinlich, weil ich selber seit kurzer Zeit einen Hund habe, hat genau das etwas in mir ausgelöst. Ich habe angefangen die Dinge zu hinterfragen. Während für uns der Hund ein Haustier ist, wird woanders es als ein Nutztier, ein Fleischbringer, gesehen. Eine Kuh ist wiederum für uns ein Nutztier und in Indien heilig. Es gibt keinen Unterschied. Ein Lebewesen ist ein Lebewesen.




Jedes Tier hat eine Seele, kann fühlen und ist voller Emotionen. 

Mein naives Ich hat geglaubt, dass in Deutschland Gesetze wie dem Tierschutz eine Bedeutung zugeschrieben würde. Aber jeder der im Supermarkt an der Kühltheke steht, sollte wissen das Bratwürstchen für weniger als 2,00€ alles andere als faire Konditionen beinhalten. Wer glaubt, qualvolles Sterben würde es überall geben, nur nicht hier, der verschließt sich vor der Realität. Wir sehen nicht, welcher Prozess durchlaufen wurde, bis das Stück Fleisch abgepackt vor unserer Nase liegt, aber wir können uns nicht davor verschließen. Ich möchte das nicht mehr und unterstütze dies auch nicht.

Kommentare:

Lucya Selina hat gesagt…

Yay. Super. Next step vegan. War auch bei mir ein schleichender Prozess und ein komplett neues Produktuniversum :) Enjoy!

Fabian Aschauer hat gesagt…

Super Beitrag, ich war selbst ein halbes Jahr vegan und habs klasse gefunden :)
Liebe Grüße, Fabian

Janina hat gesagt…

Ich finde Veganismus an sich eine gute Sache und ich bewundere jeden, der die Disziplin dafür hat. Was ich allerdings gar nicht mag, sind diese Fingerzeig-Veganer, die anderen ein schlechtes Gewissen machen und sie so bekehren wollen. Das tust du mit diesem Post absolut nicht, also nicht falsch verstehen, aber solche Veganer gibt es leider auch und das kann ich gar nicht verstehen; man möchte den Veganismus doch als positiv darstellen, oder? Da finde ich diese "ihr anderen macht das falsch" Mentalität eher kontraproduktiv.
Danke für deinen Post!

Lina hat gesagt…

Das mit den Hunden ist wirklich heftig! Ich bin keine Vegetarierin und habe es auch nicht vor zu werden, aber ich esse nicht wirklich viel Fleisch. Wenn ich es aber esse achte ich darauf was es für ein Fleisch ist.
Liebe Grüße, Lina

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