28. Juli 2016

ERFAHRUNGSBERICHT: FESTIVAL (DEICHBRAND)

Hey ihr Lieben,

auf I N S T A G R A M habt ihr mehr oder weniger live mitbekommen, dass ich beim Deichbrand Festival gewesen bin. Und da ich jetzt endlich den Schmutz und den Muskelkater von mir geschüttelt habe, habe ich nun genug Kräfte gesammelt, um meine Eindrücke auch mit euch zu teilen!

Schon seit mehreren Jahren habe ich mir es stets vorgenommen, endlich mal zu einem Festival zu fahren. Immer wollte ich zu Rock am Ring. Doch als ich Alt genug war und auch das nötige Kleingeld vorhanden gewesen ist, gab es verschiedene Diskussionen zwischen den Veranstalter und aus meinem ursprünglichen Traum wurde dann nichts.
Natürlich bin ich hin und wieder bei Festivals wie "Bochum Total" (kostenlos!) und bin auch neulich in Dortmund zu "Rock im Revier" gewesen. Aber da dies alles in meine Nähe ist, konnte ich immer nach Hause fahren und dementsprechend war es dann eben doch nicht so richtig wie ein Festival für mich. Denn wenn ich eines damit verbinde, dann sind es Camping und eine menge Dreck.

Bereits im Frühjahr haben dann mein Freund und ich uns die Karten gegenseitig geschenkt. Dementsprechend hatten wir auch genügend Zeit unser erstes Festival zu planen. Doch all das Planen bringt nichts, wenn die Realität anders aussieht. Die meisten Fehler werden einem erst bewusst, wenn sie wirklich erlebt werden. Und so ist es bei uns auch gewesen. Nicht alles lief perfekt und so wie wir uns es vorgestellt hatten. Wenn ihr also vorhabt, irgendwann einmal in eurem Leben zu einem Festival zu fahren, wird dieser Eintrag vielleicht hilfreich für euch sein!



K O S T E N



Mit dem Ticketspreis von 130€ für ein Kombiticket (also vier Tage inkl. Camping und Müllpfand) ist es alleine nicht getan. Wer ein Festival richtig erleben will, der muss auch investieren. Eine Campingausrüstung, Lebensmittel und Anfahrtskosten gehören ebenso dazu.
Da dies mein erstes Festival gewesen ist, wollte ich nicht unbedingt sehr viel Geld ausgeben. Schließlich wusste ich nicht, ob es mir überhaupt gefällt und ob ich es noch einmal machen werden. Deswegen habe ich ein super günstiges 2er Zelt bei ebay gekauft (ca. 20€) und Schläfsäcke für je 15€ sowie eine Luftmatratze für 8€.
Getränke wie Dosenbier und Energydrinks haben wir bei passender Gelegenheit in den Niederlanden gekauft, da dort kein Pfand ist. Das hat uns ungefähr 50€ gekostet! Außerdem durfte eine Kühlbox (10€) nicht fehlen. Denn so hatten wir zumindest den ersten Tag noch kühle Getränke.
Für den Transport vom Parkplatz bis zum Camping haben wir uns über ebay Kleinanzeigen einen Bollerwagen für 30€ besorgt. Es sollte schon ein stabiler sein, denn wenn die Ladungen über die Ackerflächen gezogen werden, wird ein solcher Wegen ordentlich herausgefordert. Nicht wenige Räder von Transportmitteln aus Plastik lagen irgendwo am Rand rum.
Dosenfutter jeglicher Art kann man aber idealerweise in jedem Supermarkt hier kaufen. Diese Sache mit Campingkocher und Grill haben wir jedoch ausgeschlossen, da wir zum einen nicht so viel mitnehmen wollten und zum anderen für die wenigen Tage kaltes Essen vollkommen in Ordnung ist.
Wie ihr es selbst zusammenrechnen könnt, haben wir im Vorfeld also weit über 200€ ausgegeben.


A N F A H R T
Da das Deichbrand zwar ein Festival in meiner Nähe, aber eben doch ein paar Kilometer von Münster entfernt ist, sollte gut durchdacht sein, wann denn nun die richtige Anfahrtszeit wäre. Wir wollten rechtzeitig vor dem hohen Verkehrsaufkommen da sein, uns aber auch nicht stressen lassen. Denn Festivalzeit ist nicht nur Urlaub, sondern sollte auch Entspannung bedeuten.
Um 7 Uhr morgens ging es dann los. Rund drei Stunden immer geradeaus über Bremen und weiter hoch an die Nordsee. Und die Ausfahrt runter, die schon vollkommen dicht war. Doch bis zum Parkplatz war alles gut ausgeschildert und wir sind im Schneckentempo ganz gemütlich wie eine Karawane bis zu unserem Ziel gefahren. 



C A M P I N G

Letztendlich sind wir zu dem Campingplatz geleitet worden, wo wir auch wirklich im Vorfeld hin wollten. Camping Nord ist ein ehr kleiner und ruhiger Platz, als vergleichsweise der im südlichen Teil. Aber wahrscheinlich immer noch ziemlich lauter als der beim "Green Camp".
Da unser Zelt schon nach wenigen Stunden kaputt gegangen ist (sämtliche Reißverschlüsse) und das provisorische Schlafen darin, alles andere als angenehm gewesen war, hörte das tatsächliche Camping in den frühen Morgenstunden auf und wir sind ins Auto umgezogen.



H Y G I E N E

Wie schon erwähnt bedeutet so ein Festival auch gleichzeitig, sich mit dem ganzen Dreck für einen kurzen Zeitraum anfreunden zu müssen. Das war mir auch klar. Aber mit SO viel Dreck habe ich dann doch nicht gerechnet. Noch bevor wir überhaupt die Bändchen holen konnten, habe ich ausgesehen, als hätte ich beim Iron Man teilgenommen.
Zwar wurde für Duschen und Klo inklusive Spülung gesorgt. Aber dies sollte nicht selbstverständlich sein. Zum Standartprogramm gehören einfach Dixies, die gerne überfüllt und alles andere als angenehm sind. Deswegen habe ich gerne extra lange Wartezeiten in Kauf genommen, um den Luxus einer Toilette mit Spülung zu haben. Denn dies bedeutet auch, dass diese ab und zu gereinigt werden UND Toilettenpapier vorhanden ist.
Ich gehöre wahrscheinlich zu einer der wenigen Mädchen, die die Tage nicht geduscht haben. Denn wer darüber nachdenkt, dass 50000 Menschen (okay, nicht alle) irgendwie irgendwo duschen wollen, fand ich die Vorstellung geduscht eigentlich genauso dreckig zu sein wie ungeduscht fast doppelt so ekelig.
Trotzdem bin ich ein Mädchen und ziemlich penibel, wenn es im Sauberkeit geht. Deswegen durften in meinem Gepäck feuchte Tücher, Erfrischungstücher, Deo und das Color-Glanz Spray aus *diesem Eintrag* nicht fehlen! Übrigens: ein super Trockenshampoo-Ersatz!


E S S E N

Wer nicht nur von Dosenbier sowie Dosenfutter leben will, kann sich natürlich auf dem Festivalgelände allerhand kaufen. Und zugegeben, alles sieht total einladend aus. Burger, Pizza, Pasta und und und. Vegetarisch, Vegan oder einfach nur deftig. Warmes Essen gab es vor Ort ab 5€ und man wurde tatsächlich von einer Portion satt.
Da auf dem Gelände der Hauptbühnen lediglich pro Person eine 1L Tetrapack erlaubt waren, konnte man sich dort nicht davor drücken, Geld in Getränke zu investieren. Für 4€ plus Becherpfand gab es dann Bier vom Hauptsponsor. Natürlich gab es auch alkoholfreie Getränke und Cocktails. Aber da ich weder das eine noch das andere getrunken habe, kann ich zu diesen Preisen keine Auskunft geben.

FAZIT: Das erste Mal Festival heißt nicht unbedingt, dass es das letzte Mal gewesen ist. Aber einiges ist eben doch ganz schön schief gegangen, obwohl ich dachte, ich wäre gut vorbereitet gewesen. Das Zelt ging innerhalb weniger Stunden kaputt. Zu trinken wurde zu viel gekauft. Und natürlich - NATÜRLICH - habe ich irgendwas vergessen. Bis wir schließlich angekommen waren, wusste ich nicht, was das war. Aber was konnte es anderes gewesen sein, als meine Wechselkleidung?
Ich würde es nochmal machen, aber dann anders. Würde nicht meine ganze Energie am ersten Tag rausballern und die Zeit doppelt so sehr zum genießen investieren!

Seid ihr schon einmal auf einem Festival gewesen? Was sind eure Erfahrungen?

Kommentare:

Kathleen Weiß hat gesagt…

Ich war noch nie auf so einem Festival und ich muss zugeben, dass das glaube auch nicht das Richtige für mich ist.

Liebe Grüße,
Kathleen von www.kathleensdream.de

Pisa hat gesagt…

Toller und informativer Post Liebes! War noch nie auf einem Festival, würde aber gerne mal eins besuchen :)
Liebst, Pisa
www.inlovewithmyclothes.com

carrieslifestyle.com hat gesagt…

danke für den interessanten Beitrag
http://carrieslifestyle.com

Amely Rose hat gesagt…

so ein schöner post
ich muss zugeben, ich war noch nie auf einem festival
aber möchte umbedingt dort hin :D

alles Liebe deine AMELY ROSE

Maya Lebensstil und Bloggeflüster hat gesagt…

Schöner Post ! :*
Das mit dem Dreck ist ja schrecklich ...Ich hasse Dixies ...Furchtbar !
Ich finde die Bändchen ganz cool.
Allerliebst ,
Maya

Pierre E. hat gesagt…

Ich war bisher nur auf dem Holi Color Festival in Erfurt, jedoch war dies nichts gegen dein Festival Erlebnis, scheint eine tolle Zeit gewesen zu sein.

LG Pierre

Caliope Couture hat gesagt…

Ich war auch noch nie auf einem Festival! Aus den von dir schon genannten Gründen wäre es wohl auch nicht wirklich etwas für mich, aber es ist bestimmt mal eine lustige Erfahrung.
Christina ♥ https://caliope-couture.com

Denise hat gesagt…

Auf dem Deichbrand war ich bisher seit 2011 jedes Jahr! Dieses Jahr habe ich auch mal das splash! zusätzlich mitgenommen - ich bin total der Festival-Gänger und jedes Jahr lernt man mehr dazu, was man besser machen könnte. :D Und die Duschen auf Festivals finde ich eigentlich gar nicht so schlimm, solange man Flip Flops dabei hat - ich liebe das erfrischende Gefühl, wenn die Sonne den ganzen Tag auf einen herabknallt.

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