1. August 2012

ERFAHRUNGSBERICHT: CHAMÄLEON THEATER - LOFT

Berlin ist wunderbar, Berlin schläft nie, Berlin hat viele Freigeister. Ihnen muss ein Zuhause geboten werden und dies finden diese Freigeister in den Hackeschen Höfen in unserer Hauptstadt.

Ein Chamäleon wechselt seine Farben, wie es seine Umgebung zulässt und genauso ist das Theater Chamäleon in Berlin. Mit dem Stück „Loft“ haben die Zuschauer die Möglichkeit am Leben einer WG teilzuhaben, selbst wenn sie nicht wissen, was es damit auf sich hat. Denn viel zu erklären gibt es nicht. Mit viel Akrobatik und sonstigen Kunststücken bieten die 7 Fingers viel Grund zum staunen und wenig zum nachdenken.
Bereits um acht Uhr haben die Gäste des Chamäleon Theaters die Möglichkeit gehabt, sich auf ihre Plätze einzufinden und Speisen aus der Küche zu sich zu nehmen. Jedoch ist dies keine Pflicht gewesen, denn der Besucher hatte die Wahl, ob er dort essen möchte oder es vorzog die Show mit einem Getränk zu genießen.
Jedoch finde ich, dass der Einlass für mein Empfinden auch früher hätte stattfinden können. Auch wenn die meisten Besucher Touristen sind und es bei einem Event wie diesem keine bedeutende Rolle spielt.


Wer kann schon von sich aus behaupten, das er durch einen Kühlschrank geklettert ist, um ein Theaterstück zu besuchen?

Denn mit dem Betreten des Theaters durch einen Kühlschrank wird einem nicht nur der Einlass gewährt – nein – ein Jeder wird Teil dieser großen Loft-Familie und landet vorerst bei den Schauspielern auf der Bühne.
Was den Einen freut, ist des Anderen Leid. Und so musste ich beim bloßen Anblick mancher Gäste mein Gesicht verziehen, da es den Anschein machte, sie würden beim Betreten der Bühne einen Bandscheibenvorfall erleiden.
Manch ein Besucher im fortgeschrittenen Alter scheint zu sehr von diesem Ereignis eingeengt zu sein und verliert sich zwischen Eingang, Schauspielern und Platzanweisern vollkommen.
Besonders beeindruckend ist die Nähe, die zum Publikum geschaffen wird. Denn durch diese Taktik wird sofort ein Kontakt zwischen Akteuren und Gästen geschaffen, ob sie dies wollen oder nicht. Selbst wenn man die Hoffnung hat, dass man mit Verlassen der Bühne auch diese Nähe hinter sich hat, liegt man falsch. Die Artisten sehen eine Bühne nicht als Barriere und pendeln vor Beginn oftmals zwischen Tischen und Stühlen in den Gängen umher.
Dementsprechend ist die Zeit äußerst schnell bis zum Beginn der Veranstaltung vergangen, da dem Besucher viele Möglichkeiten geboten wurde eine Beschäftigung für sich zu finden.
Zudem wurde einem genug Zeit gelassen, die Getränke und Speisekarte zu studieren, um mit erstaunen feststellen zu dürfen, dass die Preise nicht vollkommen abgehoben sind.
Die Organisation ist gründlich und durchdacht. Ehe man sich versehen hat, befand man sich im Loft und ist Teil eines Ganzen.
Mit verschiedensten Unterhaltungseinlagen und konkreter Publikumseinbindung, wurden die Charakteren auf der Bühne immer deutlicher hervorgehoben. Trotz der wenigen Worte die gesprochen wurden, hatte der Betrachter die Möglichkeit die Sympathien zu jeden Einzelnen aufzubauen und sich von dem Geschehen einwickeln zu lassen.

Wie bei es bei einem guten Event üblich ist, vergeht die Zeit viel zu schnell und die Pause rief einen dazu auf, sich die Beine zu vertreten. Denn wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat, im mittleren Bereich an normalen Tischen, zwischen vielen Menschen aufeinander gedrückt zu sitzen, hatte man nur noch die Alternative einen Platz im äußeren Bereich an einem Hochtisch zu bekommen, der nicht zu empfehlen ist, wenn man gelegentlich unter Rückenschmerzen leidet.

Der zweite Teil hat nahtlos an dem Auftakt angebunden und fesselte den Zuschauer abermals bei den Halsbrecherischen Manövern auf der Bühne. Jeder Darsteller hatte im Laufe des Abends die Möglichkeit gehabt, seine Talente der Menge zu offenbaren und somit die Menschen zu beeindrucken. Dies wurde besonders gut vermittelt, da der Betrachter einen besonderen Eindruck der Fähigkeiten bekommen hat. Da der inhaltliche Aspekt nicht im Vordergrund steht und und somit die Tiefgründigkeit eines üblichen Theaterstücks verfehlt hatte, wurden den Gästen durch ein intelligent eingefädeltes Ende in Form von einer Bestechung die Zweifel genommen und mit viel Spaß in den Abend gelassen. Natürlich ist es Ermessenssache des Zuschauers, ob es sich dabei nun wirklich um eine Bestechung handelt oder nicht. Schließlich ist es der freie Wille der einen leitet und dazu bewegt, dieses Geschenk anzunehmen. Aber abschließend kann man zu diesem Geschenk sagen, dass dies der rote Faden des Abends gewesen ist, wie auch immer man das auch sonst definieren soll. Überzeugt euch selbst!

Loft ist besonders für Menschen geeignet, die gerne lachen und sich durch Akrobatik in den verschiedensten Formen beeindrucken lassen wollen. Zudem sollte man bereit sein, für eine ungefähr zwei Stunden lange Show (inklusive Pause) zwischen dreißig und fünfzig Euro auszugeben. Wer an solch einem Abend auch noch Essen gehen möchte, hält sich im Vorfeld ungefähr eine Stunde länger dort auf. Neben den Ticketpreisen sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man während der Vorstellung auch noch Geld ausgeben wird und wer davon noch nicht genug hat, der kann den Souvenirstand des Theaters plündern.

Kommentare:

Agnes Must hat gesagt…

Das hört sich echt interessant an! Wenn ich so etwas lese, wird mein Wunsch vom Großstadt-Leben immer größer. Man hat einfach immer was neues zu entdecken, zu bestaunen und zu erleben.

Kate hat gesagt…

Ich würde sagen: Nachmachen! :)

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Ich war bisher nur ein Mal in Berlin, habe mich aber sofort verliebt und es ist eindeutig die Stadt die mich glücklich macht!

Spätestens, wenn ich dort wohne, werde ich unter anderem dieses tolle Theater erkunden, danke für deinen Bericht.

Gruß Kate

Änna hat gesagt…

Berlin ist einfach eine tolle Stadt. Habe mich nach meinem einen Jahr dort, total verliebt in diese Stadt. Von dem Theater hab ich bisher noch nichts gehört, aber ich freue mich über den tollen Bericht darüber und werde sicherlich das nächste Mal auch dort durch den Kühlschrank die Bühne betreten :)

Sanzibell hat gesagt…

kenn ich noch gar nicht, muss ich wohl auch mal hin ♥

Esther hat gesagt…

Voll Interessant, darüber mal etwas zu lesen, was nicht aus einer Zeitung oder so stammt! Vielen Dank für die Einblicke und übrigens find ich die Fotos auch super!


Liebste Grüße,
Esther von ESTHIONTHERUN!

Ramönchens.Welt hat gesagt…

witzig, darüber hab ich eben noch im reiseführer gelesen, da es ja ab montag nach berlin geht :)

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